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EEC 2024 – Lauf 1 in Fulda; VW schlägt zurück!


Die Elektro Effizienz Challenge ist am vergangenen Wochenende mit der zweiten Ausgabe der „2 Stunden von Fulda“ auf dem ADAC Übungsgelände in Künzell- Dietershausen in ihre neue Saison gestartet. War die erste Ausgabe im vergangenen Jahr noch eine deutliche Angelegenheit zugunsten der Tesla Roadster – alle 3 gestarteten Roadster machten das Podium unter sich aus – so schlug nun die Konkurrenz aus dem Hause VW zurück: Seriendebütant Matthias Krebs aus Schauenburg feierte mit seinem VW eUp einen gelungenen Einstand und triumphierte mit einer neuen Rekordleistung auf der 701m kurzen, aber flüssigen Strecke über die Serienroutiniers. Hinter ihm verbesserte sich der letztjährige Vizemeister Steffen Sprenger im VW e-Golf gegenüber dem Vorjahr um 4 Runden und übernahm mit dem dadurch erzielten Zusatzpunkt die vorläufige Tabellenspitze. Fritz Hamann im Tesla Roadster wiederholte seine Vorjahresleistung und kam erneut auf Gesamtrang 3 ins Ziel. Serien-Neueinsteiger Matthias Krebs ließ über den gesamten Lauf keine Zweifel aufkommen, das mit der
Effizienz seines VW eUp in dieser Saison zu rechnen sein wird: Schon kurz nach dem Start übernahm er die Führung, die nie wirklich in Gefahr geriet. Lieferten sich zunächst noch Steffen Sprenger und Fritz Hamann kleinere Scharmützel mit dem silbernen e-Up um die Führung, so enteilte Krebs gegen Rennmitte immer mehr. Er stellte am Ende nach den 2 Stunden nicht nur einen neuen Distanzrekord von 146 Runden (=102,345km) auf, sondern erreichte das Ziel auch noch nach Verbrauch von lediglich 52% der erlaubten 56% Batteriekapazität seines Wagens – da wäre also noch mehr Distanz drin gewesen! Krebs distanzierte seinen VW-Markenkollegen Steffen Sprenger auf dem etwas schwereren VW e-Golf um 4 Runden. Im Gegensatz zum Vorjahr war Sprenger auf Pirelli-Sportreifen mit Aero-Felgen unterwegs, was einen Teil seiner 4 Runden Verbesserung gegenüber dem Vorjahr erklärt. Dank dieser kassierte Sprenger einen zusätzlichen Meisterschaftspunkt, der ihn nun dank der 5 Klassenpunkte und dem Punkt für die Zielankunft mit 7 Punkten die Tabellenführung nach dem
ersten Lauf übernehmen ließ. Sprenger setzte sich dabei klar im anfänglichen Duell gegen Tesla Roadster Pilot Fritz Hamann durch, der zwar 1,5kWh seiner erlaubten Batteriekapazität liegen liess, aber am Ende sicher in Richtung eines erneuten Podiumsergebnisses unterwegs war.
Keine Gefahr für Hamann war der hinter ihm platzierte Opel Astra electric, der beim Seriendebüt, sein
Potential für die Elektro Effizienz Challenge andeutete. Dessen namentlich der Serienorganisation bekannte Pilot zeigte sich allerdings im Rennverlauf zunehmend von Strecke und Fahrzeug überfordert und konnte dem Roadster Piloten letztlich nicht das Wasser reichen. Somit resultierte am Ende P4.
Auf Platz 5 lieferte Mitsubishi iMiev Pilot Joakim Löber erneut eine technisch einwandfreie Leistung mit seinem von der Batterie her unterdimensionierten Gefährt ab. Der erneut von seiner Lebenspartnerin Gaby Hähnel als Renningenieurin unterstützte Fahrer verbesserte ebenfalls seine Leistung aus dem Vorjahr um eine Runde und übernahm dadurch gemeinsam mit Sprenger die vorläufige Tabellenführung. Am Ende des Feldes musste Ulrich Münnichow auf seinen gewohnten, noch nicht vollständig instand gesetzten roten Tesla Roadster verzichten und stattdessen mit seinem deutlich schwereren Tesla Model S antreten. Dieser zeigte sich nur bedingt für die enge mit einer Spitzkehre versehene Strecke geeignet. Immerhin stellte Münnichow damit die erste Bestleistung für das Model S auf der bei den Piloten beliebten Strecke in der Röhn auf.

Die EEC ist eine Clubsport-Disziplin nach dem Verbrauchsvergleichsfahrt-Prinzip. Serienmäßige
Elektroautos bekommen eine einheitliche Energiemenge zugeteilt und müssen mit dieser die möglichst längste Distanz in einem Wettbewerb erzielen. In Fulda betrug die Energiemenge 18 kWh,
was der Energie in 2 Litern Benzin entspricht. Dieses Konzept erlaubt nicht nur den kostengünstigen
Einsatz aktueller Elektrofahrzeuge, sondern setzt auch den motorsportlichen Fokus auf brandaktuelle
Themen wie nachhaltige Energieeffizienz, neue Antriebskonzepte und Etablierung der Elektromobilität im Club-Motorsport. Zusätzlich fand im Rahmenprogramm des gemeinsam vom Fuldaer Automobil Club und der EEC-IG veranstalteten Wettbewerbes in Dietershausen auch die Pilotveranstaltung einer neuen Rennsportdisziplin statt. Mit der „Weltpremiere“ der Genauigkeitsklassen- Gleichmäßigkeitsprüfung (GK-GLP) für e-Bikes, Pedelecs und Velomobile wurde erneut Neuland von den Organisatoren betreten. Die Erweiterung des GLP- Prinzips auf alternative Fahrrad-Konzepte brachte zwar nur ein kleines Feld an den Start, dessen Fahrer sich aber begeistert sowohl von der Strecke als auch vom Konzept zeigten. Als erster Sieger der neuen Disziplin dürfte sich Daniel Wagner aus Lahnau (Bild: 2.v.r.) feiern lassen, der in 10 Runden lediglich eine Gesamtabweichung von 1,6s bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 26,98kmh akkumulierte. Damit schlug Wagner Velomobil-Pilot Ullrich Benninghofen und e-Bike-Fahrer Matthias Meister die in der Klasse dahinter 27,09 bzw. 25,4 Km/h bei fast gleichen 7s Abweichung registrieren ließen. Einen zusätzlichen Sonderpreis erhielt der viertplatzierte Velomobil Pilot Wilhelm Gugla, (11,2s / 32,99km/h) der zur Veranstaltung aus seinem Heimatort Heilbronn 280km mit seinem weißen Velomobil anradelte und pünktlich zur ersten Session um 11.00 Uhr erschien. EEC-Organisator Harald Gallinnis zog ein positives Fazit der Veranstaltung: „Wir müssen uns im Namen aller Teilnehmer beim für die Ausführung zeichnenden Fuldaer Automobil Club um Oliver Brauer und Markus Ruck und ihren Mitgliedern für die gelungene Organisation bedanken! Die Anlage mag klein sein, aber sie passt wie gegossen für das speziell für den Clubsport designte EEC-Konzept. Auch bei den Zwei- und Dreirad- Enthusiasten der GK-GLP, bei denen ich mich für ihr Engagement nochmal bedanken möchte, ist die Location und die Betreuung sehr positiv aufgenommen worden. Das Konzept hat sich wie auch die EEC als taktisch interessanter Wettbewerb für den richtig kleinen Geldbeutel erwiesen. Wir werden Dietershausen auf jeden Fall im kommenden Jahr zum Saisonauftakt wieder besuchen, dann hoffentlich mit ein paar mehr Teilnehmern in beiden Disziplinen!“